"Der Tod des Vergil" schildert die letzten Stunden des lateinischen Dichters in Brundisium: an der Seite des Kaisers Augustus ringt Vergil mit Krankheit, Erinnerung und dem Willen, die Aeneis zu vernichten. In vier Elementar-Büchern – Wasser (Ankunft), Feuer (Abstieg), Erde (Erwartung), Äther (Heimkehr) – verschränkt Broch visionäre Prosa, Langsatz-Continuo und inneren Monolog zu einem spätmodernistischen Oratorium über Kunst, Macht und Erlösung. Die Erzählung verbindet platonische Metaphysik und politische Allegorie des Imperiums mit einer auf Erkenntnis zielenden Poetik. Hermann Broch (1886–1951), aus Wien stammender Industrieller im Erstberuf, wurde durch "Die Schlafwandler" zum maßgeblichen Theoretiker der Moderne. 1938 verhaftet und ins Exil gezwungen, gelangte er in die USA; die Erfahrung von Totalitarismus, Massenpsychologie und ästhetischer Verantwortung prägte sein Schreiben. Die Arbeit am Vergil-Roman, begonnen in den 1930er Jahren und 1945 veröffentlicht, verbindet seine ethische Kunstkritik mit philosophischen Studien zu Kitsch, Mythos und Erlösung – und sublimiert zugleich die Exil-Existenz in eine antike Maskierung. Dieses Buch verlangt konzentriertes Lesen, belohnt aber mit seltener dichterischer Intensität und gedanklicher Weite. Für anspruchsvolle Leser ist es eine unvergleichliche Meditation über Dichtung, Erkenntnis und Verantwortung. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
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