Die Tagebücher 1918–1937 verfolgen aus der Perspektive eines weltläufigen Beobachters den Weg vom Waffenstillstand und der Revolution 1918 über die fragile Weimarer Republik bis zum Machtantritt der Nationalsozialisten und ins Exil. Nüchterne Chronik, kunstsinnige Miniatur und präzise Datierung verbinden sich zu einem dichten Panorama aus Sitzungen, Salons, Theatern und Straßenszenen; Begegnungen mit Rilke, Hofmannsthal, Maillol und Gordon Craig stehen neben Notaten zu Inflation, Kabinettskrisen und Gewalt. Kessler, Diplomat, Kunstmäzen und Gründer der Cranach-Presse, war im europäischen Kulturleben ungewöhnlich vernetzt. Seine pazifistische, dezidiert europäische Haltung speiste sich aus Reisen, Verhandlungen und editorischen Projekten; Freundschaften mit Dichtern, Künstlern und Musikern sowie die Erfahrung wachsender Radikalisierung motivieren die doppelte Optik dieser Aufzeichnungen: ästhetische Programmatik und nüchterne Realpolitik. Diese Tagebücher sind eine Schlüsselquelle für alle, die die Zwischenkriegszeit aus nächster Nähe verstehen wollen: Historiker, Kultur- und Literaturinteressierte ebenso wie Leser politischer Memoiren. Sie überzeugen durch Informationsfülle, intellektuelle Disziplin und stilistische Eleganz. Wer sehen möchte, wie Kunst, Diplomatie und Machtkämpfe einander durchdringen, findet hier eine maßstabsetzende, anregende Lektüre. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
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