Richard Wagner: Mein Leben ist eine ausgreifende Künstlerautobiographie, die den Weg des Komponisten von der Kindheit bis zum Wendepunkt von 1864 nachzeichnet. In einem rhetorisch pathetischen, mit Essayistik und Polemik verschränkten Stil berichtet Wagner von Leipzig und Dresden, den prekären Pariser Jahren, der Revolution von 1849 und dem Schweizer Exil, während er minutiös schildert, wie Tannhäuser, Lohengrin, Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg und das Ring-Projekt aus biographischen Krisen hervorgehen. Das Buch steht in der Tradition romantischer Selbstentwürfe (Rousseau, Goethe), zugleich als Selbstmythologisierung und als Werkstattbericht, der Patronage, Schulden, Affären und ästhetische Kämpfe ungeschminkt ins Bild setzt. Wagner (1813–1883) war Komponist, Dramatiker und Theoretiker des Gesamtkunstwerks; seine lebenslangen Auseinandersetzungen mit Politik, Kunstbetrieb und Moral prägen den Ton des Buches. Entstanden aus der Situation des Exils und der späteren Nähe zu König Ludwig II., teilweise Cosima Wagner diktiert, dient die Schrift der Selbstrechtfertigung, der Programmatik und der Sicherung von Nachruhm. Erfahrungen mit Minna Planer, die Zürcher Jahre um Mathilde Wesendonck, finanzielle Not und ästhetische Opposition erklären, weshalb Wagner sein Schaffen unablässig aus der Biographie heraus begründet und polemische Zuspitzungen nicht scheut. Empfohlen für Musikliebhaber und Kulturhistoriker: kritisch lesen, doch die dichte Selbstzeugenschaft macht Wagners Mein Leben unverzichtbar. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
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